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| Sätze: | 32 | |
| Wörter: | 189 | |
| Zeichen: | 1.145 |
Wind.
Kälte.
Weites
Wasser.
Hält.
Wasser-
Wege
verzweigen.
Was treibt mich gen Westen?
Schlammiger Uferboden federt unter meinen Schritten. Schilf streift meine Beine. Der Wind bricht ab.
Nur das Wasser noch. Kälte zieht herauf. Verändert die Geräusche. Ich höre. Anders als sonst. Höre in die Strömung.
Etwas ist darin gespeichert. Nicht Worte. Nicht Stimmen. Die Unruhe von Tieren. Pferde.
Nervöses Scharren. Ein kurzes Wiehern. Nicht vor mir. Nicht hinter mir. Tiefer unten. Als trüge das Wasser ihr Trampeln noch immer mit sich.
Spitze Lanzen im Wasser. Nein. Keine Waffen. Zerklüftete Holzpfähle. Aufgerissen von Alter und Wetter.
Ich knie mich hin. Greife danach. Das Holz ist hart wie Stein. Eiche.
Ich berühre Jahrhunderte.
Spüre die Risse. Die Schwingungen.
Durch alle Schichten hindurch.
Die Unruhe der Pferde überträgt sich auf mich.
Etwas ...
Da entdecke ich sie.
Eine tönerne Scherbe. Zwischen hölzernen Splittern.
Eingeritzte Linien. Mein Finger ertastet Buchstaben: Claudia Messorina. Römerin dem Namen nach.
Man hat ihr noch geglaubt. Nicht allen.
Jetzt glänzen die schwarzen Pfähle im Abendlicht.
Sie haben überdauert.
Stumme Zeugen.
Standgehalten.
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