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Wir essen bis zu 15 Kilo Bananen pro Jahr. Im Durchschnitt, pro Kopf und Nase, in Mitteleuropa. Nicht wenig, wenn man bedenkt, dass 1 Kilo aus etwa fünf Bananen besteht. Vermutlich liege ich hier unter dem Schnitt. Vielleicht auch deswegen, weil die Bananen bei uns nicht so gut schmecken wie sie es eigentlich könnten. Das wird jeder bestätigen der einmal kleine, reife Bananen direkt von der Staude gegessen hat.
Ein Kilo bekommt man im Supermarkt mitunter schon unter zwei Euro, maximal um drei. Viel zu billig, wenn man bedenkt, dass die Pflücker nur etwa 6% vom Erlös erhalten und unter widrigsten Bedingungen arbeiten.
In den letzten 50 Jahren hat sich die Weltproduktionen von Bananen vervierfacht. Mehr als hundert Millionen Tonnen im Jahr sollen es heute sein. Zu viele Bananen, vielleicht. Vor fünfzig Jahren war das noch anders. Da waren Bananen bei uns noch eine Rarität, insbesondere am Land.
Einmal hatte meine Mutter Bananen vom Einkauf nach Hause gebracht. Marke Chiquita. Und einen Teilnahmeschein für ein Gewinnspiel. Man sollte 12 Bananenkleber sammeln und aufkleben. Dann könnte man ein Fahrrad gewinnen. Verlockend für einen Achtjährigen, und Mama versprach, mir dabei zu helfen.
Aber das war nicht so einfach. Im kleinen Dorfgeschäft gab es nicht immer Bananen, und wenn dann nicht immer die Richtigen, eben nämlich Chiquita. Manchmal vergaß Mama auch, trotz meiner Erinnerung. Dafür steuerten meine Tanten aus der Stadt den einen oder anderen Kleber bei.
Jedenfalls hatte ich zum Einsendeschluss nicht genügend Kleber gesammelt, es waren nur zehn. Ich war sehr enttäuscht, und Mama konnte mich kaum trösten. Der Traum vom Fahrrad war vorerst ausgeträumt. „Es gibt viel zu wenig Bananen“ war damals meine frustrierte Erkenntnis.
Nach einigen Tagen des Grübelns hatte ich eine Strategie entwickelt. Ich war mir sicher: Es wird wieder ein Preisausschreiben kommen! Und da wird es mich nicht mehr erwischen! Ich werde fortan Kleber auf Vorrat sammeln. Wenn es dann so weit ist kann ich sofort die Karte vollkleben und werde der Erste sein der einsendet! Und wer sagt, dass nur Chiquita ein solches Gewinnspiel veranstalten kann? Das könnte ja jede andere Marke auch machen, da gab es damals auch Del Monte, Fyffes, Sundrop zum Beispiel und auch andere. Also musste ich alle Marken sammeln.
Gesagt, getan. In ein kleines Kalenderbüchlein klebte ich fortan alle Aufkleber, die ich bekommen konnte. Bald gab es mehrere Abteilungen für die verschiedenen Sorten. Als ich 25 Chiquitas gesammelt hatte war ich schon stolz.
In der Folge wurden auch Schulfreunde zu Markenlieferanten. Irgendwann konnte ich dann selber Bananen kaufen und dabei im Geschäft Kleber „absammeln“. Bis ins späte Teenageralter blieb mir diese Sammelleidenschaft erhalten. Obwohl seither kein Gewinnspiel mehr gekommen ist. Jedenfalls hatte sich die Sammlung auf mehr als 1500 Kleber erhöht als ich das Büchlein schloss.
Kürzlich ist mir das Album beim Entrümpeln wieder in die Hände gefallen. Ich habe es nicht weggeworfen. Aus Nostalgie. Ist ja ein Teil meiner Kindheitserinnerungen.
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Nandoswiftie • Vor 3 Stunden und 36 Minuten | |
| Oh wie Schön, dich hier zu lesen,Jan🌸 und mit welch hübscher Geschichte du uns eine Freude machst. Juhu herzliche Grüsse Irene und Nando | ||
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BineBene • Vor 5 Stunden und 16 Minuten | |
| Eine entzückende Kindheitserinnerung. Besonders nett finde ich, dass Du das Album jetzt beim Wiederfinden nicht weggeworfen hast. | ||
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Ranunkel • Vor 8 Stunden und 2 Minuten | |
| Wenn du schon nichts gewonnen hast, dafür hattest du genug Magnesium im Körper...:-) | ||
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Gabrieleart • Vor 10 Stunden und 40 Minuten | |
| Bananen waren tatsächlich eine Besonderheit in unserer Kindheit. Pickerlsammeln habe ich nicht in Erinnerung, nur das Sammeln von Bensdorp-Schleifen. | ||
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Eowin • Vor 11 Stunden und 58 Minuten | |
| Lieber Jan, diese Aufkleber habe ich auch gesammelt, aber auch nicht am Wettbewerb teilgenommen 😉 Hat Spaß gemacht, Bananen waren damals erwas Besonders und die von Chiquita waren die besten 💕 Schön, dich hier wieder zu treffen, 🥰 liebe Grüße, Silvia | ||
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Fabiennne • Vor 12 Stunden und 2 Minuten | |
| ....solche Büchlein sind irgendwie "Gold wert"....🥰.... schön geschrieben...😊 | ||
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Musenzeit • Vor 12 Stunden und 23 Minuten | |
| Diese Story über deine kindliche, "strategische" Sticker-Sammellleidenschaft in der Hoffnung auf einen besonderen Gewinn ist einfach entzückend, richtig rührend! 🥰😊👏 | ||
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speedwell • Vor 12 Stunden und 37 Minuten | |
| Was einem beim Entrümpeln so in die Hände fällt, erstaunlich. Aber wunderbar, wenn es dich zurückführt in Kindheitstage ... schöne Geschichte, die allerhand mir bislang Unbekanntes ans Tageslicht bringt. | ||
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Anne • Vor 12 Stunden und 45 Minuten | |
| Du wackerer Bananenpickerlsanmler! Ich hoffe, mit dem Fahrrad hat es später doch noch geklappt. In den 60er-Jahren hat meine Tante Helli für uns Kinder Bananenluculus gezaubert. Banane halbiert und mit Marmelade gefüllt und dann mit Schokolade übergossen. Ein seltenes Vergnügen und himmlisch. Danke für die schöne Geschichte. LG | ||
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RENA • Vor 12 Stunden und 51 Minuten | |
| Oh wie lieb, da kommen ja glatt auch bei mir Chiquitta Erinnerungen hoch, auch an lustige Aufkleber der Marke, die ich einst irgendwo erhielt und einen davon, eine schneckenartig eingeriegelte Chiqitta, auf das silberfarbene Revisionstürchen in der Toilette meines Elterhauses klebte, wo es auch bis zuletzt kleben blieb und man es jeden Tag sehen konnte 😄… | ||
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Wortjongleur • Vor 13 Stunden und einer Minute | |
| Ein toller Einstand hier, ausgerechnet mit Bananen. ☺️ | ||
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