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| Sätze: | 23 | |
| Wörter: | 465 | |
| Zeichen: | 3.007 |
Gepolstert und weich, aus Leder oder mit bunten Baumwoll-/Polyester-Bezügen, im Katalog eines schwedischen Einrichtungshauses mit Namen wie Muren, Ektorp oder Karlstad versehen, ein Sitzmöbel mit Armlehnen, manchmal auch Kopfstütze, im Katalog auch Polster-, Arm- oder Ohrensessel genannt: der / das Fauteuil.
Im „Erec“ von Hartmann von Aue (geschrieben um 1180/90) gibt es eine Textstelle, in der der lexikalische Vorgänger unseres Fauteuils in den Versen von 6429 bis 6433 vorkommt.
er ensazte si niht besîten: / ir wart ein valtstuol vor gesat / ze tische engegen, als er bat, / daʒ er die frouwen / deste baʒ möhte schouwen.
Er setzte sie nicht an seine Seite, sondern es wurde ihr ein Faltstuhl hingestellt, am Tisch ihm gegenüber, wie er es befahl, sodass er die Edeldame umso besser betrachten könne.
Altsächsisch faldistōl wurde latinisiert zu faldestolium und im Altfranzösischen als faudesteuil mit offenen Armen aufgenommen. Jahrhunderte später wandert der einst schlichte Klappsessel als gepolstertes und gemütliches Fauteuil zu uns zurück. Das Wort ist seit dem 18. Jahrhundert im Deutschen belegt. Da sich jedoch die Gebrüder Grimm scheuten, Fremdwörter, die sich zu ihren Lebzeiten bereits eingebürgert hatten, in die Wortsammlung aufzunehmen, findet sich in ihrem Wörterbuch nur der Eintrag Faltstul [sic!] mit historischen Belegen.
Stuhl (gotisch stōls „Stuhl“, alt- und mittelhochdeutsch stuol, altenglisch stōl „Stuhl, Sitz, Thron“, neuenglisch stool „Hocker, Schemel, Stockerl“) ist im modernen Sprachgebrauch sehr vielseitig. Er bezeichnet das hölzerne Gerüst eines Webstuhls, auch die tragende Stützkonstruktion eines Dachstuhls. Stuhl steht auch metaphorisch für ein hohes Amt (Lehrstuhl, Papststuhl, Richterstuhl). In Flur- und Ortsnamen weist der Wortbestandteil –stuhl- meist auf eine Stufe, eine stuhlähnliche Stelle im Gelände hin, so z.B. in Stuhlfelden im Oberpinzgau. Näher bei Wien liegt das nur eine Autostunde entfernte und im Winter sehr beliebte Skigebiet Stuhleck.
Wer auf dem heißen Stuhl bei Jauch oder Assinger knifflige Fragen beantwortet, schwitzt und hofft auf Millionengewinn.
Stuhl als Ausscheidungsprodukt ist eine klassische Metonyme, eine semantische Verschiebung vom Möbel auf den Inhalt desselben. Bevor im 19. Jahrhundert die ersten Keramik-WCs Verbreitung fanden, gab es sogen. Leibstühle. Nach erledigtem Stuhlgang wurde der Leibstuhl mit einem Deckel verschlossen und vom Personal aus dem Zimmer getragen. Wer sich für spektakuläre Exemplare der Toilettenkultur interessiert, fahre nach Gmunden, wo es seit April 1998 ein Museum für historische Sanitärobjekte gibt.
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Gabrieleart • Vor 30 Minuten | |
| Das hat mich auch vom Stuhl gehaut! Ich liebe diese Exkursionen on die Sprachgeschichte. Danke! | ||
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Giggu • Vor einer Stunde und 24 Minuten | |
| Willkommen bei unserem neuen Ufer, liebe S.W.!😘 schön, dass du uns weiter "aufklärst" - immer wieder interessant zu lesen! | ||
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