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Her Royal Woman Highness

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27.06.26 17:15
12 Ab 12 Jahren
In Arbeit

„The arrival of the Queen of Sheba“ von G.F. Händel, die Königin von Saba also, erreichte mich neulich als Musikempfehlung meines englischen Freundes.

Wir sprachen über meine einstige Entscheidung gegen eine klassische Gesangskarriere, die im Stimmfach „Soubrette“ gestartet hätte. Sich im geschnürten Überhangsdekoltée singend öffentlich begrapschen zu lassen, kichern, intrigieren, kreischen, huschen? Unauffällig nach Luft für akrobatische Gesangstöne schnappen, dabei noch adrett aussehen und komödiantisch sein?

Diesen Prototyp an Frau also wieder und wieder auf der Bühne erwecken?

Danke, NEIN. Her Royal Woman Highness mag das so nämlich nicht, verriet sie mir. Wer begehrt gegen diese Souveränität auf? Ich gebe besser klein bei.

„30% ist englisch, der Rest ein wilder Mix aus indo-germanischen Stämmen, schwedisch, irisch, holländisch, spanisch, italienisch, französisch, Balkanvölker - und ein Schuss Orient ist auch noch dabei“, schwärmt meine Cousine aufgeregt. Opas Genanalyse war pure Spielerei für ihn, er schweigt dazu amüsiert.

Wie das wohl alles in diese Familienlinie hineingekommen ist, die sich vermutlich seit dem 12.Jahrhundert auf kleinstem territorialem Raum bewegte, fernab von internationalen Handelsplätzen - oder doch nah genug? Den Urgroßvater verschlug es dann doch jahrelang nach Paris... Sherlock Holmes hätte Einiges zu tun, Licht in dieses genetische Dunkelbunt zu leuchten. Meine Funzel ist dafür nicht hell genug. Die Familienchronik klingt brav, eine Bibelname-Wiederholung nach dem anderen, Exotisches da eher weit gefehlt.

Aber was ist nun damit? König Charles Iii. hatte sich in dem schönen Heimatdörfchen meines Opas, an einem Uraltzipfel der Welt, vor Jahren ein Haus gekauft und komplett restaurieren lassen. Warum? Was weiß good old Charly? Meine Funzel blinkt wild! Da könnte doch mal... ja, warum denn nicht...?

Ich beschließe, mich als unerkannten Abkömmling des britischen Königshauses zu feiern, um endlich eine medial präsentable Familienbiografie zu haben. Bisschen Glamour, Narzissmus-Make-up auflegen. Peter Maffay hatte es zwar auch in dieses pittoreske Omega-Örtchen geschafft, aber sorry, Royalty beats Schlagerstar, auch wenn man sich auf einer Hochzeitsfeier im Ort einmal beinahe auf die Füße trat. Wie andernorts die Universitäten-Rankings. „Oh, Oxford, Harvard? Dort zwar nur kopiert als Praktikantin? Macht nichts, der Karriere-Algorithmus springt an. KI schafft das schon.“

Der missing link zur Royalty, der wird sich sicher noch finden. Finden lassen. Andere fälschen sogar ganze Berufslaufbahnen. Hm… Körpergröße? Charity? Allerdings muss ich mir das noch gut überlegen, mich offiziell in solche erlauchte Kreise einzureihen, kursierte da doch auch Kurioses, dass dort seltsame Wesen leben sollen, mit denen ich dann den Genpool teilen würde, mit kaum erfrischenden Aussichten. Diverse Hutvarianten trage ich zumindest auch gerne, auch mal mit dem G´day-mate-Aufdruck, man muss sich schließlich die entfernten Kolonien auch und gerade in Zeiten des Klimawandels noch warm und lieferfreudig genug halten.

Ein Schwert, mit dem ich einmal meine Geburtstagstore anschneiden könnte wie die verstorbene Queen, wäre noch ein schönes Accessoire. Ein hervorragendes Grillutensil für einen kolossalen Gemüsespieß an heißen Sommerabenden. Soviel Royalty muss sein.

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Brig7s Profilbild
Brig7 Vor 3 Tagen, 7 Stunden und 24 Minuten
Wunderbar, dich hier zu lesen. liebe Musenzeit. Und soo königlich.

Brauche gerade noch meine Anlaufzeit.
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lavoce Vor 3 Tagen, 11 Stunden und 8 Minuten
Ein königlicher Text, liebe Musenzeit!👍💕 (ich wollte gerade eine Geschichte hochladen, finde aber den "Veröffentlichen" - Button nicht;-)
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Musenzeit (Autor)Vor 3 Tagen, 14 Stunden und 39 Minuten
Liebe Giggu, wie herzig, dankeschön! 💞😊 Dann bräuchte man also das mit dem royalen Krönchen-zurecht-richten und so gar nicht? Yeah!!!🤭🙃😎😉
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Giggu Vor 3 Tagen, 16 Stunden und 52 Minuten
Ach, dein wortwitziger Text adelt dich sowieso, liebe Musenzeit! 👏👑😘
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JamalTuschick Vor 5 Tagen, 5 Stunden und 27 Minuten
Liebe Musenzeit, da ist doch gleich ein ganz anderes Leben in dieser Schreibbude. Ich bin entzückt. "Genetisches Dunkelbunt" ist so schön, alles andere ist auch vortrefflich. Es klingt (in meinen Leseohren) mitunter nach Arno Schmidt. Ich hoffe, dir sagt die Referenz zu. Wir wissen beide, was von dem Mann zu halten ist, der seiner Frau nachsagte: "Stumme Anbetung, die Schreibmaschine schreiben kann." Das Zitat aus dem Gedächtnis.
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JamalTuschick Vor 5 Tagen, 2 Stunden und 45 Minuten
@Musenzeit Liebe Musenzeit, ich packe ein für heute und wünsche dir noch einen schönen Abend.
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Musenzeit (Autor)Vor 5 Tagen, 4 Stunden und 36 Minuten
Lieber Teichmann, etwas "Leben in die Schreibbude" zu bringen freut mich sehr, danke für dieses schöne Kompliment und deine Wertschätzung :-) Zur erwähnten Referenz: Ich kenne die Texte Arno Schmidts nicht, die fanden no h nicht zu mir. Dieses Zitat ist ja ein Ding, verschlägt mir da doch glatt die Sprache...

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Sätze: 40
Wörter: 513
Zeichen: 3.310

Kategorisierung

Diese Story wird neben Familie auch in den Genres Ironie, Humor und gelistet.

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